🐾 So funktioniert der Clicker

Ich bin ein großer Fan vom Clicker 🙂 Ich mache mit Subira „Trickdogging“ und dort funktioniert bei uns fast nix ohne dieses kleine Ding. Natürlich trainiere ich auch ohne Clicker, einfach aus dem Grund, dass Subira beide Methoden kennt. Trotzdem finde ich das der Clicker eine riesen Unterstützung ist. Wieso ich das finde und wie man das Clickertraining aufbaut könnt ihr jetzt hier lesen 🙂

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Was ist der Clicker ?

Der Clicker ist ein Hilfsmittel im Hundetraining und funktioniert im Prinzip wie ein „Knackfrosch“. Man drückt meistens auf einen Knopf ( je nach Modell unterschiedlich ) und so ertönt ein „Clickclack“ Geräusch. Den Clicker gibt es in verschiedenen Größen und Formen. Je nach Gerät hört sich der Klick auch unterschiedlich an. Außerdem gibt es Clicker die lauter und leiser sind als andere. Welcher Clicker zu dir und deinem Hund passt muss einfach ausprobiert werden 🙂

Der Hund wird auf dieses Geräusch konditioniert. Er lernt : der Click ist eine Belohnung. Mit dem Clicker signalisieren wir dem Hund: „Genau dieses Verhalten war toll! Das hast du gut gemacht“. Dieses Training funktioniert nur durch positive Verstärkung.

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Beispiel : Der Hund springt immer an euch hoch wenn ihr nach Hause kommt.

Wir wollen, dass der Hund dieses Verhalten nicht mehr zeigt. Das machen wir mit positiver Verstärkung anhand des Clickers ( Voraussetzung : der Hund ist auf den Clicker konditioniert ).

Wir warten also bis der Hund mit allen 4 Pfoten auf dem Fußboden ist und klicken. Nach dem Click folgt eine Belohnung durch Leckerli oder Spiel. Das wiederholen wir. In dem Moment, indem der Hund an uns hochspringt tun wir gar nix. Ist er ruhig oder mit allen Pfoten auf dem Boden wird wieder geklickt. Das wiederholt man.

So belohnt man zeitgleich das Verhalten das gewünscht ist. Ein Hund kann max. 3 Sekunden nach einer Handlung die Konsequenz verknüpfen. In der Regel bedeutet das, dass der Hund das Verhalten was er gerade gezeigt hat schon wieder vergessen hat wenn unser Lob kommt. Wenn wir noch einmal das Beispiel oben nehmen, dann sind das nur Sekunden in der der Hund mit allen Pfoten auf dem Boden ist. Wenn wir das Lob sprechen ist der Hund meistens schon wieder in der Luft, da es einige Sekunden dauert eh wir das Lob ausgesprochen haben. Ein Klick geht sehr schnell, aber dazu unten mehr.

Das Clickertraining kann man in vielen Bereichen einsetzen, z.B. Unterordnung, Tricksen oder Erziehung. Jeder Hund kann an den Clicker gewöhnt werden 🙂 Das Alter spielt keine Rolle.

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Mein Clicker ist von Hunter

Vor- und Nachteile

Vorteile : 

  • Der Clicker klingt immer gleich, während unsere Stimme immer unterschiedlich klingt. Für den Hund ist es viel einfacher wenn der Ton immer gleich ist.
  • Durch den Klick kann man ein gewünschtes Verhalten viel gezielter und schneller belohnen.
  • Man kann den Hund auch in der Entfernung belohnen.
  • Die meisten Hunde lernen schneller weil sie diese Form der Belohnung besser mit dem gewünschten Verhalten verknüpfen können.
  • Man kann dem Hund beibringen, dass der Clicker Training bedeutet. Der Hund kommt also leichter in den Arbeitsmodus.
  • Wenn der Hund sehr gut auf den Clicker konditioniert ist, kann er Leckerlis im Notfall ersetzen. Das ist z. B. für Hunde die abnehmen müssen optimal.

Nachteile : 

  • Das Clickertraining muss erst einmal aufgebaut werden.
  • Der Hund könnte das Training vom Clicker abhängig machen. Im schlimmsten Fall könnte das zur Folge haben, dass der Hund die Befehle nicht mehr ausführt wenn kein Clicker dabei ist.
  • Man muss den Clicker z. B. unterwegs dabei haben.
  • Man sollte sich mit dem Thema „Clicker“ vorher beschäftigen um ein optimales Training zu gewährleisten.
  • Der Clicker kostet einmalig Geld.
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Besonders praktisch : Die Handschlaufe! So kann man den Clicker nicht verlieren und hat die ganze Hand frei.

So konditioniert man den Hund auf den Clicker

Vorab : Es gibt natürlich 1000 verschiedene Wege dem Hund so etwas beizubringen. Ich habe mich damals für eine Variante entschieden die ich euch auch nun etwas näher zeigen möchte. Im Internet oder Büchern findet ihr aber auch andere Möglichkeiten, da müsst ihr einfach das finden was zu euch passt 🙂 

 

  1. Die Vorbereitung

Sorgt für eine ruhige Umgebung. Der Hund kann am besten lernen wenn er sich in einer reizarmen Umgebung befindet.

Für das Training benötigt ihr einen Clicker eurer Wahl und suuuuuper tolle Leckerlis. Hier darf es ruhig etwas besonderes sein, damit der Hund richtig Bock auf den Clicker bekommt. Mit „normalen“ Leckerlis oder dem Hauptfutter des Hundes geht es aber natürlich auch. Wenn der Hund sehr gerne Ball spielt oder ein Lieblingsspielzeug hat kann man sehr gerne auch das nehmen 🙂

      2. Die Durchführung

Ihr setzt euch am besten neben oder vor euren Hund. In der einen Hand habt ihr den Clicker und in der anderen Hand die Belohnung.

Der Hund muss bei dieser Übung eigentlich gar nicht aktiv werden. Er soll nur verstehen das der Klick das Versprechen auf eine Belohnung ist, bzw. der Klick etwas tolles bedeutet.

Wenn der Hund aufmerksam ist klickt ihr und gebt dem Hund direkt danach eine Belohnung. Mehr ist es erst einmal gar nicht 🙂

Wichtig : Nach JEDEM Klick muss eine Belohnung erfolgen!

Das wiederholt ihr ungefähr 20x. Danach beendet ihr die Übung. Ihr könnt das 1 – 2x am Tag machen.

Wenn ihr das 1 – 2 Tage  gemacht habt werdet ihr sehen, dass euer Hund das Prinzip langsam versteht. Wenn ihr das Gefühl habt euer Hund hat verstanden das der Klick was ganz tolles ist und er danach immer ein Leckerli bekommt könnt ihr zum nächsten Schritt über gehen.

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Subira gibt mir ihr Pfötchen. Dieses Verhalten wird belohnt.

 

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Nachdem ich geclickt habe bekommt sie ein Leckerli.

Sucht euch eine Übung/ Trick aus die der Hund noch nicht kann. Diese Übung muss wirklich nicht schwer sein – im Gegenteil. Eine gute Möglichkeit sind z.B. : Pfötchen geben, eure Hand mit der Nase berühren, ein Target-Stick oder „guck“.

Ihr übt also einen leichten Trick ein und klickt dabei das Verhalten/ die Bewegung usw. die ihr haben möchtet. Das heißt ihr müsst wirklich versuchen so wenig wie möglich mit eurem Hund zu sprechen damit ihr ihn nicht verunsichert. Später, wenn der Hund richtig konditioniert auf den Clicker ist, könnt ihr natürlich auch mal „fein“ oder so sagen, obwohl es eigentlich nicht nötig ist…. aber ich halte es auch nie durch 😉

Ihr geht beim Training natürlich Schritt für Schritt vor und trainiert den Trick so, wie ihr ihn auch ohne Clicker eintrainieren würdet. Wenn der Hund das gewünschte Verhalten zeigt klickt ihr und der Hund erhält seine Belohnung.

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„Bestechung“ beim Clickertraining – die Leckerlis.

Beispiel : Target-Stick

Hier lernt der Hund die Spitze des Target-Sticks mit der Nase zu berühren. Ich sage euch, das ist wirklich super einfach und eine gute Übung um das Clickertraining aufzubauen 🙂

Ihr braucht nicht unbedingt einen Target-Stick dafür. Ihr könnt auch einen Stift, einen Finger, ein Löffel oder eure Hand nehmen.

Ihr haltet eure Hand/ Target-Stick vor den Hund. Bei dem Target-Stick geht der Hund meistens gleich von alleine mit der Nase ran da er wissen möchte was das Ding ist. Bei eurer Hand könnt ihr etwas zwischen eure Finger klemmen ( z.B. ein kleines Leckerli ). Das macht den Hund neugierig und er drückt seine Nase gegen eure Hand. Sobald der Hund eure Hand/ den Target-Stick mit der Nase berührt klickt ihr. Gleich danach bekommt der Hund eine Belohnung.

Wichtig : Der Zeitpunkt ist sehr, sehr wichtig. In dem Fall müsst ihr unbedingt darauf achten das ihr klickt wenn der Hund euch oder den Stick mit der Nase berührt und nicht wenn der Hund dabei ist seine Nase wieder wegzunehmen. Mit der Zeit und viel Übung gewinnt man ein gutes Gefühl dafür.

Das wiederholt ihr ein paar Mal. Irgendwann legt ihr dann ein Kommando drauf.

Den Trick werde ich jetzt nicht näher erläutern, es geht ja hier nur um das klickern 🙂

Ihr werdet merken das der Hund sehr schnell versteht was dieses komische, kleine Ding in eurer Hand bedeutet. Einen kleinen, neuen Trick einüben hilft dem Hund das Clickertraining zu verinnerlichen und sich daran zu gewöhnen.

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Zusammenfassung

  • Clickertraining langsam aufbauen und dem Hund zeigen das der Click etwas tolles ist.
  • Erster Kontakt mit dem Clicker : Klick -> Leckerli. Im Hundetraining nennt man das : Klicken und Belohnung ( englisch : Click and Treat )
  • Kleine Übung mit dem Clicker durchführen.
  • Wichtig : Nach jedem klick muss eine Belohnung erfolgen.
  • Der Clicker dient nur als Hilfsmittel. Setzt den Clicker nicht für etwas anderes ein.
  • Nur zum nächsten Schritt gehen wenn der Hund die aktuelle Übung verstanden hat.
  • Achtet beim klicken auf den richtigen Zeitpunkt. Klickt nur das Verhalten was ich vom Hund sehen möchtet.

Ich hoffe der Artikel hat euch ein bisschen weitergeholfen 🙂

Ich würde mich über Fotos von euren Fellnasen beim Clickertraining freuen 🙂

Und nun: Ran an die Clicker 😀

 

 

 

 

 

 

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