đŸŸ SubiraÂŽs Kastration

Am 08.07.2014 wurde Subira kastriert. Zu diesem Zeitpunkt war sie etwas ĂŒber 2 Jahre alt. Warum sie operiert werden musste und wie es abgelaufen ist möchte ich euch hier erzĂ€hlen. Ich möchte gar nicht darauf eingehen ob eine Kastration sinnvoll ist oder nicht – das muss jeder fĂŒr seinen Hund selbst entscheiden. Bei Subira war es notwendig, aber lest doch selbst 🙂

Warum wurde Subira kastriert ?

Subira war 3x in ihrem Leben lÀufig. Nach jeder LÀufigkeit hatte sie eine Scheinschwangerschaft.

Bei einer Scheinschwangerschaft gaukeln die Hormone der HĂŒndin vor sie wĂ€re schwanger. Diese Hormone sorgen dafĂŒr, dass sich die HĂŒndin psychisch auf Welpen einstellt. Eine Scheinschwangerschaft tritt ungefĂ€hr 6 – 8 Wochen nach der LĂ€ufigkeit auf. Das Hormon „Progesteron“ fĂ€llt enorm ab, gleichzeitig steigt der Prolaktin-Spiegel. Diese Ungleichheit sorgt dafĂŒr das das DrĂŒsengewebe des GesĂ€uges wĂ€chst. So wird die Milchbildung angeregt und signalisiert der HĂŒndin das sie trĂ€chtig ist.

NatĂŒrlich muss nicht jede HĂŒndin in dieser Zeit behandelt werden. Subira aber schon. Sie hatte richtig dicke Zitzen, die mit Milch gefĂŒllt waren. Da natĂŒrlich keine Welpen da waren die die Milch absaugen und die Zitzen somit entleeren bekam sie starke Schmerzen und EntzĂŒndungen und brauchte somit Medikamente. Diese Medikamente sorgen dafĂŒr, dass keine neue Milch mehr produziert wird. Keiner durfte ihren Bauch anfassen und teilweise lief sie wie auf Eiern durch das Haus, so empfindlich war ihre Leiste. Aber nicht nur die Milchbildung sorgte dafĂŒr das es ihr schlecht ging…. sie versuchte ihre Kuscheltiere zu sĂ€ugen und war psychisch einfach nur fertig. Sie hat aufgehört zu fressen, dadurch hat sie natĂŒrlich immer abgenommen und sah ziemlich eingefallen aus. Sie war leicht reizbar und hatte zu nichts mehr Lust. Es war nichts mehr mit ihr anzufangen. In ihrem Hundebett baute sie ein Nest. Außerdem war sie sehr viel am jammern. Jedem Hund, jede Katze… einfach jedem hat sie sich in der Standhitze angeboten. Es war einfach nur schlimm! Das war wĂ€hrend und nach der LĂ€ufigkeit so. Danach brauchte sie immer ziemlich lange um wieder ’normal‘ zu werden. Von dem tĂ€glichen Durchfall und Erbrechen in dieser Zeit mag ich gar nicht erst anfangen. Oft lag sie einfach total apathisch irgendwo rum. Das sind jetzt nur ein paar Beispiele, wie gesagt, psychisch und körperlich ging es ihr immer sehr schlecht.

Das Problem dabei ist, dass nach jeder Scheinschwangerschaft Krebszellen zurĂŒckbleiben KÖNNEN. Das muss natĂŒrlich nicht sein, die Gefahr besteht aber.

Aus diesen GrĂŒnden hat unsere damalige TierĂ€rztin empfohlen, Subira kastrieren zu lassen. Hier stand natĂŒrlich der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund.

Mich persönlich hat es nicht gestört, da ich sowieso nie Welpen haben wollte. Es gibt genug Hunde auf dieser Welt und da es viele Probleme wĂ€hrend einer Schwangerschaft und Geburt geben kann ĂŒberlasse ich das lieber den ZĂŒchtern die sich damit auskennen.

Was bedeutet „Kastration“ ?

Eine Kastration macht einen Hund unwiderruflich unfruchtbar. Die KeimdrĂŒsen werden entfernt sodass fast keine Sexualhormone mehr produziert werden können.

Man kann sowohl eine HĂŒndin als auch natĂŒrlich einen RĂŒden kastrieren lassen.

Bei einem RĂŒden werden die Hoden entfernt. Bei einer HĂŒndin werden die Eierstöcke und manchmal auch die GebĂ€rmutter entfernt. Heutzutage ist es nĂ€mlich so das man die GebĂ€rmutter drin lĂ€sst ( es sei denn das Organ ist krank ! ) und nur die Eierstöcke entfernt. Diese Operation findet immer unter Vollnarkose statt.

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Subira im Aufwachraum direkt nach der OP

Wie lÀuft die Operation ab ?

Bei meiner damaligen TierĂ€rztin gehörte eine Voruntersuchung dazu. Das bedeutet, dass Subira vorher Blut abgenommen wurde. Es wurde Ultraschall gemacht und der Allgemeinzustand wurde ĂŒberprĂŒft. Das war ungefĂ€hr 4-5 Tage vor der OP. Da die Werte alle in Ordnung waren stand der Operation nichts im Weg. Ich habe aber auch schon von TierĂ€rzten gehört, die die OP auch ohne Voruntersuchung durchfĂŒhren oder eben nur wenn der Besitzer es verlangt. Ich denke das macht jeder Tierarzt anders. Ich war aber froh das diese ganzen Untersuchungen gemacht wurden.

Am Tag der OP bringt ihr euer Tier nĂŒchtern in die Praxis. Bei Subira durfte ich nicht dabei sein wenn sie die Narkose bekommt. Die Narkose wird im Operationssaal gesetzt und da dĂŒrfen die Besitzer nicht mit rein. Vorher bekommt der Hund aber ein Schlafmittel und da durfte ich noch mit dabei sein. Sie hat eine Spritze bekommen und dann musste ich mit ihr ins Wartezimmer. Subira hat sich sehr stark und lange gegen das Mittel gewehrt eh sie eingeschlafen ist. Dann kam fĂŒr mich das aller schwierigste : Sie abgeben und da lassen 😩 Es bricht einem das Herz wenn man seine Fellnase so „leblos“ sieht und sie einem „weggenommen wird“… aber es musste ja leider sein. Am liebsten wĂ€re ich die ganze Zeit nicht von ihrer Seite gewichen… aber das geht ja leider nicht. Die TierĂ€rztin hat mich nach Hause geschickt und wollte anrufen wenn die OP vorbei ist.

Im OP-Saal gekommen wird dem Tier einen Venenzugang gelegt. Dann wird das Tier auf den OP-Tisch gelegt und zwar auf den RĂŒcken. Der Bereich an dem der Hund operiert wird wird rasiert, sauber gemacht und desinfiziert. Wenn die Vorbereitungen soweit getroffen sind bekommt das Tier die Vollnarkose.

OP bei einem RĂŒden :

Ein Hoden wird unmittelbar vor den Hodensack geschoben. Die Haut darĂŒber wird nun durch einen kleinen Schnitt eröffnet, der Hoden mit dem Samenstrang freigelegt. Nach dem Abbinden des Samenstranges wird der Hoden entfernt. Durch denselben Hautschnitt wird nun der zweite Hoden vorgelagert und auf entsprechende Weise abgetrennt. Anschließend erfolgt der Verschluss der Wunde. Der Hautschnitt kann entweder genau in der Mittellinie oder seitlich davon gefĂŒhrt werden. Es ist auch möglich, zwei Hautschnitte jeweils links und rechts der Mittellinie anzulegen und den Hoden der jeweiligen Seite durch je eine eigene Öffnung zu entfernen.

OP bei einer HĂŒndin :

Der Bauch wird durch einen Schnitt eröffnet. Dann werden die Hörner der GebĂ€rmutter vorgelagert. An der GebĂ€rmutter befinden sich die Eierstöcke. Nach dem Abbinden werden die Eierstöcke entfernt und die GebĂ€rmutter zurĂŒckverlagert. Wenn sich die GebĂ€rmutter bereits verĂ€ndert hat oder krank ist wird sie natĂŒrlich mit entfernt. Gibt es dafĂŒr keine medizinische Indikation bleibt sie drin. Subira hat ihre GebĂ€rmutter noch. Anschließend wird die Bauchdecke in mehreren Schichten verschlossen. WĂ€hrend man fĂŒr die inneren NĂ€hte selber auflösendes Fadenmaterial verwendet, nutzt man fĂŒr die Ă€ußere Naht nicht resorbierbares Fadenmaterial. Die Ă€ußere Naht besteht aus sogenannten Einzelheften, die sich nicht auflösen und in der Regel 10 Tage spĂ€ter gezogen werden.

Übrigens wird heutzutage oft die OP durch eine Endoskopie durchgefĂŒhrt.

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Die Narbe mit den FÀden direkt nach der OP. Dort könnt ihr auch noch sehen wie geschwollen ihre Zitzen durch die Scheinschwangerschaft waren.

Und danach ?

Meine TierÀrztin hat mich nach der OP angerufen um mir zu berichten wie es abgelaufen ist und ob es irgendwelche Besonderheiten gab.

Dann muss sich das Tier eine Weile in der Praxis erholen und kann dann meistens gegen Nachmittag / frĂŒhen Abend wieder abgeholt werden.

Egal ob RĂŒde oder HĂŒndin – das Tier darf nicht an die Wunde. Deswegen bekommt man von seinem Tierarzt entweder einen sogenannten Trichter oder einen „Hundebody“ also ein „Medical Pet Shirt“. Subira hatte ein solchen „Anzug“, was ich aber sehr gut fand. Sie konnte sich frei bewegen und war ĂŒberhaupt nicht eingeschrĂ€nkt. Hinten kann man den Body hochstecken z.B. wenn der Hund sich löst.

Meistens muss nach nach 2-3 Tagen nach der OP zur Nachkontrolle. Dabei kontrolliert der Tierarzt ob alles in Ordnung ist und gut verheilt. Subira hatte damals eine kleine allergische Reaktion auf die FĂ€den gehabt – aber das war alles halb so schlimm. Der Hund muss in der Zeit, in der er die FĂ€den noch hat, natĂŒrlich ruhig gehalten werden… kein rennen, spielen oder toben. Manchmal gar nicht so einfach 😉

In der Regel werden nach 10 Tagen die FĂ€den gezogen.

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Subira nach der OP Zuhause in ihrem „Medical Pet Shirt“.

Wie ging es Subira nach der OP ?

TatsĂ€chlich ging es Subira nach der Kastration ĂŒberhaupt nicht gut. Weder körperlich noch psychisch. Nach der OP und auch am nĂ€chsten Tag musste sie sich viel ĂŒbergeben. Es war keine leichte Zeit und ich bin froh das sie es doch noch so gut ĂŒberstanden hat. Ich möchte aber niemanden Angst machen… Subira ging es wegen anderen GrĂŒnden sehr schlecht die mit der OP eigentlich nichts zu tun hatten sondern mit der Praxis, aber darauf möchte ich nicht eingehen 🙂 Wir haben jetzt eine tolle TierĂ€rztin der wir voll vertrauen 🙂

Ich kenne Hunde die 2 Tage nach der OP schon wieder ĂŒber die Wiese geflitzt sind ( obwohl sie es nicht durften 😉 ). Es gibt Hunden den merkt man kaum an das sie operiert wurden. Das ist natĂŒrlich bei jedem Hund unterschiedlich. Subira ging es besser als die FĂ€den gezogen waren… dann ging es bergauf. Sie musste ein bisschen lĂ€nger Antibiotikum nehmen wegen der allergischen Reaktion. Außerdem mussten wir einmal zum tackern hin, weil sie sich 2 FĂ€den selbst gezogen hatte 😩 Das war meine Schuld, ich hatte ihr den Body hochgeklappt weil ich dachte sie muss Pipi und dann 2 Sekunden nicht aufgepasst… zack war es passiert 😩 Es sah schlimmer aus als es war, sie hat eine Klammer bekommen und die Sache war erledigt. Trotzdem war ich fertig mit den Nerven.

Außerdem war Subira auf den SpaziergĂ€ngen sehr vorsichtig. Ich weiß nicht ob es am Body lag oder daran, dass sie auch ein bisschen wehleidig ist, aber kein Hund/ Kind/ Lebewesen durfte in ihre NĂ€he…. dann wurde sofort Schutz hinter meinen Beinen gesucht. Ich hatte schon Angst das es so bleibt, aber im Nachhinein denke ich das es ihr Allgemeinzustand war… es ging ihr ja sowieso nicht gut und deswegen wollte sie zu niemanden Kontakt. Als es ihr wieder besser ging verschwand dieses Verhalten zum GlĂŒck wieder.

SubiraÂŽs Kastration hat mich ĂŒbrigens ĂŒber 600 Euro gekostet. In unserem Ort ist das schon sehr, sehr teuer.

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Fazit

Die Operation war in SubiraÂŽs Fall medizinisch notwendig. Ihre Eierstöcke waren leicht vergrĂ¶ĂŸert. HĂ€tten wir sie nicht kastriert weiß ich nicht was noch auf uns zugekommen wĂ€re. Ich bin auf jedenfall froh es gemacht zu haben obwohl es natĂŒrlich nicht einfach war. Wenn ich an die Zeit zurĂŒck denke könnte ich wieder weinen, aber es musste sein und wir haben es geschafft.

Ich möchte niemanden Angst machen, wie gesagt, ich wĂŒrde es immer wieder machen lassen. Aber ich möchte es auch nicht schön reden : es ist eine OP und da kann natĂŒrlich immer etwas passieren.

NatĂŒrlich muss jeder selber wissen ob er sein Tier kastrieren lĂ€sst oder nicht. Man ist kein schlechterer Hundehalter nur weil das Tier nicht kastriert ist. Aber manchmal ist es eine große Hilfe und manchmal geht es eben auch nicht anders.

Was ich auf jedenfall weitergeben kann da ich es persönlich erlebt habe : sucht euch einen Tierarzt den ihr vertraut und der eure AnsprĂŒche und Ängste ernst nimmt ! HĂ€tte ich das getan, dann wĂ€re Subira einiges erspart geblieben ! Aber ich habe mich damals extrem in der Ärztin getĂ€uscht, es ist so wichtig einen Tierarzt zu haben der euch und euer Tier ernst nimmt.

Wichtig : Der Artikel besteht aus meinen persönlichen Erfahrungen und Kenntnissen. Ich bin kein Hundetrainier oder Tierarzt, jeder muss fĂŒr sich selbst eine Entscheidung treffen und mit seinem Tierarzt besprechen!
& sorry fĂŒr die schlechten Fotos… ich habe damals nur mit dem Handy fotografiert 🙂

Ein Kommentar zu „đŸŸ SubiraÂŽs Kastration

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